Guten Tag. Ich werd mal die Nouvellen der letzten Wochen zusammenfassen. Alles in allem, um das Ergebnis mal vorwegzunehmen, könnte es besser laufen. Persönlich erstickt man gerade in Arbeit, diese Woche waren vorläufige Plädoyers zu halten, morgen ist eine Klausur zu schreiben (für die noch nichts getan wurde) und eine Hausarbeit abzugeben. Ziemlich ätzend, wenn sich das so aufsummiert.
Schwerer auf's Gemüt fällt die Tatsache, dass wir einen meiner besten Kumpels letztes Wochenende in die Notaufnahme bringen mussten, weil der unter massiven Psychosen leidet. Setzte alles recht plötzlich ein, zwei Wochen wirkte er ein bisschen gestresst, aber das traf freilich auch auf mich zu. Letzten Freitag holt er mich dann aus dem Schlaf und ich fahre ihn zu einer befreundeten Familie in die Stadt, Ängste bringen ihn im Wohnheim um den Schlaf. Er redet davon, irgendetwas herausfinden zu müssen und drückt mir einen Zettelstapel mit irritierendem bis verstörendem Wirrwarr in die Hand - den dürfte ich mit Freunden diskutieren, aber keinesfalls das Handy oder Internet zur Kommunikation nutzen. Nachdem sich eine ähnliche Begebenheit Samstag Nacht wiederholt, fahren wir ihn in die Notaufnahme. Als wir dort alles geregelt haben, ist es neun Uhr morgens und ich verspüre ein gewisses Bedürfnis, gleich dort zu bleiben.
Mittlerweile wurde er in eine psychiatrische Klinik verlegt. Normalerweise schlägt man die Zeit derartiger Aufenthalte mit Lesen tot. Die Tatsache, dass er alle Medien - Literatur, Musik, Film - mit denen er konfrontiert ist, sofort miteinander verknüpft, wahlweise in unterschiedliche Sprachen übersetzt und in seinen Wahn einer globalen Verschwörungstheorie einspinnt, macht den Aufenthalt dort für ihn nicht gerade unterhaltsamer. Die Tatsache, dass der Herr Literaur studiert, führt zu einem gewissen Konflikt mit der ersten Tatsache.
Die Sache geht natürlich auch an mir selbst nicht spurlos vorbei. Die letzte Woche ist echt das Übelste, was mir seit langem passiert ist und das Einzige, was mich aufbaut, ist die Aussicht, dass sie vorbeigeht.
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
3 Kommentare:
Übel! Mehr fällt mir da auch nicht ein, bis vielleicht auf gedankliche Unterstützungsarbeit aus der Heimat. Hoffentlich wird das alles wieder.
Hey Jülien, von mir auch nur mal ein kurzes "Kopf hoch mein Sohn nimm erst maln Taschentuch, das Leben ist ein einziges auf und ab wien Flaschenzug".
Hoff alles wird besser und gut.
same shit, different day!
stay brave, be brave!
Kommentar veröffentlichen