Montag, 3. November 2008

Mein Wochenende.

Eines Morgens, es ist ein Samstag, mache ich mich guten Mutes auf zu einem kleinen Spaziergang in einen nahe gelegenen Park, daran denkend, wie wichtig gelegentliche Rekreation nach einer anstrengenden Woche für meine bekanntermaßen labile Psyche ist. Einige Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg durch den zuletzt wolkenverhangenen Himmel, harmonisch zwitschern die verbliebenen Vögel. Und so. Doch irgendetwas ist anders als sonst.

...hmmm.

Richtig: da wo ich in den letzten Tagen mein Auto zu parken pflegte ist, nun ja, nichts (außer eben einer Parklücke, um dies präziserweise anzumerken).

Ratloses, ungläubiges Umschauen, verzweifeltes Durchforsten der Erinnerung. Greifbar nah die Situation, in der Professor von Mangoldt, seines Zeichens Organisator dieses Austausches, in Hinblick auf die Kriminalität hierzulande davon abriet, hier ein -noch dazu deutsches- Auto stehen zu lassen.

Ärgerlich. Also die zwei/drei stärksten Sinne zusammengesammelt, Laurent, Mitlieblingsnachbar aus La Réunion, Freund und stets zuverlässiger Ortskundiger, nach dem Weg zur Gendarmerie gefragt, rauf auf's Fahrrad und dem desinteressierten Beamten hinter dem Panzerglas meine Leiden vorgejault. Ein gelangweilter Telefonanruf, voilà: abgeschleppt. Die Dreckigen.

Zurück auf's Fahrrad und ab in die Heide. Hochverdächtigerweise können mir die einzigen beiden Passanten, die ich nach dem Weg frage, übertrieben präzise den Weg zur so genannten Kfz-Verwahrungsstelle beschreiben - selbstverständlich wittert man da eine Verschwörung, ich meine, wer weiß solche Dinge schon? Angekommen, geklingelt, automatisierter Zaun, der sich hinter mir schließt. Hier kommt keiner mehr raus. Jetzt bloß nicht in Ungnade fallen.
Da sitzt er schließlich selbstzufrieden auf seinem Sessel, der Missetäter, ebenfalls hinter Panzerglas - besser für ihn, denk ich mir. Er macht mir klar, dass andere Autos wegen mir nicht ausparken konnten, doch es kommt mir merkwürdig vor, dass denen das erst nach etwa einer Woche auffällt. Fünfunddreißig Euro ist der reguläre Tarif, aber da mein Auto in Deutschland angemeldet ist, macht man heute mal achtundneunzig draus. Ich wittere die wahre Motivation hinter der Geschichte, doch ich bleibe ruhig. Der Staatsstreich muss warten. Vorerst.