Mittwoch, 7. Januar 2009

SCHNEEEEE

Schnee. Man kennt ihn aus Norddeutschland vor allem in Form von braunem Matsch, der an Autoreifen klebt. Man weiß, dass er Landschaften in sympathisches Weiß färbt, im dunklen Winter sehr angenehm. Schnee ist mein Freund.

Somit nahm ich die vielleicht 8 cm, die von dem Zeug hier heute morgen rumlagen, tendenziell als gutes Omen wahr. Falsch: In Südfrankreich bricht bei 8 cm Schnee nämlich bedauerlicherweise die Infrastruktur zusammen. Nun kann ich ohne warmes Wasser und Heizung zumindest vorläufig auskommen. Richtig scheiße ist aber, dass die Klausuren (vorerst nur die für heute) abgesagt wurden und verschoben werden. Das ist an sich nicht unangenehm, steht aber in gewissen Konflikt zu meinen jüngst abgeschlossenen Reiseplänen (vorgestern wurde eine Reise nach Deutschland vom 10.-23.01.). Leute, die in der Zeit bereits mit mir rechneten, sollten dies also besser nicht mehr tun. Es kann sein, dass die Nachholtermine auf die Zeit nach der Buchung fallen, andernfalls muss ich die Reise stornieren.

Aktualisierung: Für diese Woche alle Klausuren abgesagt. Tequila kaltgestelt. Schneemann-Konstruktionspläne im vollen Gange. Nächste Woche keine Nachholtermine, die Woche darauf ist offizielle Ferienzeit. Die ganze Sache könnte sich als ausgesprochen positiv erweisen.

Aktualisierung #2: Es ist seit etwa einer halben Stunde klar, dass die Nachholtermine für die Klausuren nicht vor dem 26.01 angesiedelt werden. Der Flughafen Marseille hat gestern Nachmittag seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Das heißt, ich werd nach Deutschland kommen können =)

Dienstag, 6. Januar 2009

Die Woche des Schreckens™

Boah, ist das anstrengend. Ein kurzer Zwischenbericht. Nach der Beendigung der Klausur des gestrigen Montags, gönnt man sich ca. eine Stunde Pause. Man beginnt, sich auf eine der Klausuren des Folgetags vorzubereiten, um festzustellen, dass der Stoff allgemein unterschätzt wurde. Man lernt in die Nacht hinein, steht nach etwa vier Stunden Schlaf um 5 Uhr auf, um noch weitere 2 Stunden lernen zu können. Kopfweh, Kreislaufprobleme, Fühstück: Kaffee. Klausur von 8 bis 10, nervöser Blick auf die Uhr: Es bleiben 4,5 Stunden, um die Geschichte der abendländischen Staatsphilosophie zusammenzufassen und auswendig zu lernen. Jo, das nimmt man dann mal in Angriff, drückt sich weiter Kaffee und ein Sandwich rein, schreibt die Klausur. Fertig geschrieben, Glückshormone, abermals muss das Bedürfnis unterdrückt werden, sich ein kühles Bier zu schnappen und den Tag locker ausklingen zu lassen. Pause bis 17:00 Uhr, morgen warten die nächsten beiden Klausuren.

Fürchterlich. Man unterteilt den Tag eigentlich nur noch in unterschiedliche Lernphasen. Irrsinn eigentlich, dass der Mensch Schlaf- und Ernährungsmangel einfach so auf sich nimmt, nur um möglicherweise in einer absehbaren Zeit mit einem profanen Stück Papier entlohnt zu werden. Man fragt sich, ob man nicht doch glücklicher wäre, wenn man den Tag damit verbringen würde, sich einfach mal ein leckeres Tier zu jagen (für die Hippies: nen geiles Soja-Tofu herzustellen) und es abends an einem Feuer zu verspeisen.

Aber gut: Der momentane Zustand ist ja nicht auf Dauer ausgelegt und nächstes Semester wird wesentlich entspannter. Am heutigen Dienstag wurden bereits 37,5% der Klausuren bewältigt, gemessen in Stunden sogar 40%. Morgen abend 62,5 % bzw. 70 (!) %. Alles wird gut.